Heimat und Globalisierung

Globalisierung war lange Zeit ein Versprechen, dem sich viele in kosmopolitischer Haltung überlassen haben. Die Wirklichkeit heute ist eine andere. Nicht Kosmopolitismus, sondern Nationalismus ist eine Grundbewegung unserer Zeit. Sie kann unter anderem als eine Reaktion auf die Globalisierung verstanden werden. Doch muss eine Kritik am Nationalismus zugleich eine Kritik am Bedürfnis nach Heimat und Kultur sein? Außerdem stellt sich die Frage, ob die Globalisierung nicht oft auch den zerrissenen Menschen hervorbringt: zerrissen zwischen dem Bedürfnis nach Heimat und dem Ideal von Weltoffenheit. Wie geht man mit diesem Zerrissensein um? Muss man sich für die eine oder andere Seite entscheiden, oder kann man Kulturorientierung suchen und zugleich weltoffen sein?